Albert-Schweitzer-Tierheim ohne Gitter

in Kranenburg-Mehr

 

Februar 2010

 

Große Rettungsaktion in Albacete / Spanien

Unser Partnertierheim in Albacete hat uns von einer großen Rettungsaktion berichtet. Bekanntlich gibt es in Spanien viele Galgos, das sind von Jägern sehr begehrte Jagdhunde. Nach dem Ende der Jagd werden diese „entsorgt“. Das geschieht durch Aussetzen oder Erschießen. Die in früheren Jahren gängige Praxis des Erhängens der bedauernswerten Hunde, wurde Dank gesetzlicher Verbote aufgegeben. Eine Kugel war den Mördern zu teuer.

Die jetzt spektakulär durchgeführte Rettung spielte sich in einem Vorort von Albacete ab. Nachbarn hatten gesehen, dass ein Hund in einem Erdloch verschwand und das Tierheim verständigt.

Die Mitarbeiter des Tierheims rückten mit Gartengeräten an, um das vermeintliche Erdloch freizulegen. Dahinter verbarg sich eine ca. 4 m tiefe Höhle, in die sich die Galgohündin verkrochen hatte. Dort brachte sie neun Welpen im Alter von wenigen Wochen zur Welt.

Alle Welpen einschließlich der entkräfteten Mama konnten sicher geborgen werden und befinden sich unter der Obhut des Tierheims. Wir zeigen uns hier die Bilder der spektakulären Rettungsaktion, die für sich sprechen.

 


 

Kontrolle eines angeblich vernachlässigten Ponys

Uns wurde ein Pony gemeldet, das verwahrlost und dessen Hufe sehr ungepflegt sein sollten. Laut Beschreibung ähnelten die Hufe einem Schnabelschuh.

Vor Ort konnten unsere zwei Mitarbeiter des Tierschutzkontrolldienstes das schwarze kleine Pony von einem Wanderweg aus im Garten sehen. Die Entfernung war leider zu weit, um näheres erkennen zu können.

Also suchten sie das dazugehörige Haus auf und erklärten dem dort angetroffenen Mann, dass wir eine Meldung bezüglich einer schlechten Tierhaltung bekommen hätten. Der Mann wurde sehr aufgebracht und wollte wissen, wer so etwas erzählen würde. Zudem meinte er, er habe gar kein Pony. Auf die Frage, wem das Tier im Garten gehören würde, erklärte er es nicht zu wissen.

Nach einigem hin und her und der Erklärung, dass solche Meldungen fast immer anonym gemeldet werden und dem Hinweis, dass wir ansonsten das zuständige Veterinärsamt einschalten müssten, gestand er, dass das Pony doch ihm gehöre. Es sollte dem Tier sehr gut gehen und er meinte, dass es „zur Familie gehöre“. Unsere Mitarbeiter erklärten ihm dann, dass wir doch gerne den Ernährungszustand und die Hufe des Tieres überprüfen würden. Dies gestattete er jedoch nicht. Wir durften uns ausschließlich von der Straße aus das Pony ansehen, das hinter einer etwa 15 Meter entfernten Tür stand und wir somit nur den Kopf sehen konnten. Der Tierhalter meinte, dass wir doch sehen könnten, dass es dem Pony, dessen Name „Niko“ lautet, gut gehen würde.

Da wir keine Befugnisse haben fremde Grundstücke zu betreten, wenn der Eigentümer uns dies nicht gestattet, verabschiedeten sich unsere Mitarbeiter vorerst unverrichteter Dinge. Der Tierhalter verzog sich ins Haus.

Da unser Kontrolldienst natürlich vorhatte, die Behörden zu verständigen, wollten wir doch noch versuchen irgendwie zu erkennen, ob speziell die Hufe des Ponys in schlechtem Zustand waren, da dies unsägliche Schmerzen verursacht.

Also fuhren wir zum Schein mit dem Fahrzeug ein Stück weg, kehrten zu Fuß zurück und versuchten von einem Seitenweg Einsicht zu bekommen.

Wie erstaunt waren wir, als der Tierhalter, der gerade eben noch im Haus verschwunden war, jetzt schon im Garten neben dem Pony auf den Knien hockte und an den Hufen des Tieres am herum hantieren war. Auf die Entfernung konnten wir nicht genau erkennen, was er tat, aber er werkelte nacheinander an mehreren Hufen herum, ohne diese jedoch, wie sonst üblich, hoch zu nehmen.

Da alleine diese Handlung Beleg genug dafür war, dass tatsächlich der Zustand des Tieres nicht in Ordnung war und man stark verwachsene Hufe nicht mal eben so wieder in einen guten Zustand bekommt, haben wir am Tag darauf das Veterinärsamt verständigt und warten nun, was deren Kontrolle vor Ort ergibt.

Wir werden natürlich weiter darüber berichten, sobald wir etwas erfahren.

Nachtrag: Auf Nachfrage beim Veterinäramt teilte man uns mit, dass bei der Kontrolle durch einen Beamten, wie erwartet, massiv verwachsene Hufe festgestellt wurden. Es wurde zur Auflage gemacht unverzüglich einen Hufschmied zu bestellen, der sich darum kümmern sollte. um dem Pony ein schmerzfreies Laufen zu ermöglichen. Es werden wohl mehrere Behandlungen nötig sein. Aber Hauptsache ist, dass auf Grund unserer Initiative dem kleinen Pony jetzt geholfen wird.

 

Leider etwas schlecht zu erkennen: der Tierhalter werkelt an den Hufen herum.

 


 

„Verletzte“ Gans aufgenommen

Im Tierheim wurde eine verletzte Graugans abgegeben. Das Tier wurde direkt zum Elsenhof gebracht, wo wir Pferde, Schafe, Ziegen, Nagetiere und Federvieh untergebracht haben. Vor Ort wurde das Tier gründlich Untersucht, es konnte aber keinerlei Verletzung festgestellt werden. Das Tier befand sich scheinbar in einem guten Zustand. Da die Gans von unseren anderen Gänsen nicht gerade freundlich Willkommen geheißen wurde, brachten wir sie alleine unter. Sie bekam etwas zu fressen und ein Becken mit Wasser, in dem sie fleißig planschte. Augenscheinlich wollte sie aber gerne wieder in die Natur zurück, sodass wir nach zwei Tagen die Tür nach draußen aufließen und ihr somit die Möglichkeit gaben wegzufliegen. Kurz sahen wir sie dann noch draußen herumlaufen, bevor sie dann weggeflogen ist.

Vielleicht hatte sie nur einen kleinen Zusammenstoß gehabt, war dadurch benommen gewesen und dann durch die Finder aufgegriffen worden. Es kommt sehr häufig vor, das Vögel nach einem Zusammenstoß erst einige Zeit benommen herumsitzen oder sich unkontrolliert bewegen, sich dann aber wieder erholen und wegfliegen.  Man sollte den Tieren ruhig erst etwas Zeit geben, bevor man sie einfängt.

die Graugans beim baden